Freitag, 4. März 2016

Ein Reisebericht (2): Indien, das Land der tausend Facetten

 


Nachdem ich im letzten Post ausführlich von den Transportmitteln während unseren Reisen, also dem WIE, erzählt habe, möchte ich jetzt endlich auch über das WO, WAS und WER schreiben.

Also hier alle meine Reisen, chronologisch und mit Bildern ;) :


Kerala - Kovalam, Trivandrum und Kanyakumari (22.09.15-01.10.15) 

 




Mysore - Tausend und eine Nacht wird zur Realtität (22.10.15-25.10.15)

 

Das Festival Dasara oder Dusserah gehört zu den bekanntesten in ganz Indien, besonders gefeiert wird es in der Stadt Mysore im Bundesstaat Karnataka. Hier ist der Palast 10 Tage lang jeden Abend beleuchtet und am letzten Tag findet erst eine große Parade mit Elefanten und Tanz vor dem Palast, und dann am Abend noch eine Fackel- und Militärprozession statt. Beide werden Indienweit im Fernsehen übertragen.
An diesem besonderen Tag siegte nämlich, der Legende nach, das Gute über das Böse, bzw. der Gott Chamundeshwari tötete den Dämonen Mahishasura. Das dürften wir uns natürlich auf keinen Fall entgehen lassen!


Elefantenparade

Verschiedene traditionelle Tänze

Auch Gandhi darf natürlich nicht fehlen!


 
Kartenspielen als Zeitvertreib bei langem Warten
Auch Akrobaten zeigen ihr können



Motorradshow mit spektakulären Sprüngen
Militärparade
Torch Light Parade als krönender Abschluss

Mysore hat aber auch neben dem Festival einiges zu bieten! Zunächst ist es die zweitsauberste Stadt Indiens und überraschte uns deshalb positiv mit verhältnismäßig wenig Verkehr und viel Grün. Dann gibt es einen farbenfrohen Obst- und Gewürzmarkt, an dem man sich nicht satt sehen kann. Mit Chamundi Hill findet man natürlich auch einen Tempel und zu guter Letzt ist dann dort eben der riesige Palast, der jeden Samstag und Sonntag beleuchtet wird und in den ich mich total verliebt habe!


Der Chamundeshwari Tempel auf dem Chamundi Hill, dessen Grundsteine schon im 12Jhd gelegt wurden.
 


Auf dem Markt: Obst...

... und ganz viele Gewürze!
Wir, beim schlendern und stöbern! Links sieht man Blumen. :)
Das erste Mal Couchsurfing.. weitere sollten folgen ;)

Dosa mit verschiedenen Soßen, typisch Südindisches Essen


Ein Palast, wie aus tausend und einer Nacht!

 

 

 

Unsere Reiseroute.. ca. 7750km

West- und Nordindienreise - Von uralten Höhlen, über Seen und die Wüste bis in den Himalaya (07.11.15-24.11.15) 

Vom Zwischenseminar in Nagpur gings los auf unsere West- und Nordindienreise. Nagpur ist die geographische Mitte Indiens und viele Freiwillige der DIZ sind dort stationiert.

  1. Ajanta & Ellora:


    Der erste Stop sollten die Höhlen in Ajanta und Ellora sein. Diese Orte sind beide Weltkulturerbe und wurden um das 6 Jhd n.Chr. gebaut und zwar von oben nach unten. Es wurde also zunächst die Decke in den Stein geschlagen und sich dann bis runter zum Boden vorangearbeitet. Eine Jahrhunderte andauernde Arbeit, mit der sich sowohl hinduistische, als auch buddistische Mönche beschäftigten.
    Total beeindruckende Orte, wenn man sich vorstellt, wie die Menschen damals ihr Leben damit verbracht haben Höhlen und Verzierungen in den Stein zu klopfen. Außerdem ist die Landschaft wunderschön! Damit der perfekte Ort, zum Zeit verbringen und nachdenken.


    und Höhlen in Ajanta, angeblich entdeckte ein britscher Kolonialherr diese bei der Tigerjagd wieder.

    Die Landschaft und







    Ein Einblick ins innere der Höhlen. Die große Höhle stellte wahrscheinlich einen Versammlungsraum dar.


    Kira und ich im Zentrum von Ellora. Man kann kaum glauben, dass diese ganzen Höhlen, Säulen, Verzierungen... nur von Menschenhand, ohne irgendwelche Hilfsmittel geschaffen wurden.




  2. Mumbai:


    Auf die Kultur und Ruhe folgte Mumbai, die größte Stadt Indiens (ca. 12,5 Millionen Einwohner in der eigentlichen Stadt). Diese Menschenmassen dürften wir in der Local Train gleich mal hautnah miterleben. Dort hängen nämlich wirklich überall Menschen am Zug und fürs wieder rauskommen muss man lange kämpfen. Auf jeden Fall eine Erfahrung, aber nicht unbedingt eine, die ich wieder machen muss.
    Wir dürften in Mumbai bei einer Freundin, Anjali, wohnen, die uns dann auch die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigte und mit deren Familie wir Diwali feierten.
    Diwali ist ein Lichterfest und zugleich die Neujahresfeier in Nordindien, weshalb alles mit Kerzen geschmückt wird und ganz Mumbai von Feuerwerk erleuchtet ist.


    Der Bahnhof im Zentrum
    Das berühmte Taj Hotel


    Wir vor dem Gateaway of India
    Die Skyline in Mumbai.. leider smogverhangen

    Ein kleiner Überblick über Diwali. Der leuchtende Punkt im Westen Indiens ist Mumbai. Was aussieht, wie eine Zeichnung, wird Rangoli genannt und aus buntem Pulver, mühevoll, stundenland gestreut.





  3. Udaipur:

    Selfie auf dem Boot

    Wird auch als Venedig des Ostens/Indiens bezeichnet. Ein Maharaja ließ dort nicht nur einen Palast bauen, sondern auch Seen aufstauen, weshalb diese die Hauptattraktion neben dem Markt, der überall in den Straßen ist, sind. Eine Bootsfahrt war natürlich ein must-do und unser Guesthouse und sein Aussicht, war so schön, dass man dort bestimmt noch viele Nächte bleiben und einfach nur auf die Seen runterschauen hätte können... Aber leider keine Zeit!






    Aussicht von unserem Guesthouse
    Sonnenuntergang

    Aussicht beim Abendessen... Hui wie sind wir denn plötzlich in Italien gelandet ? ;) - Hier wurde übrigens Teile des James Bond "Octopussy" gedreht

    Das schöne Innere des sonst doch etwas heruntergekommenen Palasts



















  4. Jasailmer:


    Ist eine relativ kleine Stadt in der Wüste, die aber voll mit Sehenswertem ist. Die kunstvoll verzierten Patrizierhäuser, die sog. Havelis, im inneren der ehemaligen Handelsstadt, verschiedene Jaintempel und natürlich der See in der Mitte aus dem noch Bäume herrausragen.
    Das Highlight dieses Stops war für uns aber auf jeden Fall der Kamelritt in die Wüste, wo wir dann eine Nacht verbrachten. Ich habe noch nie so einen Sternenhimmel erlebt und die Gesänge des Kamelführers am Lagerfeuer brachten uns alle Gänsehaut.

    Perfekt gemacht für Ruhe und Nachdenklich sein.


    Auf einer kunstvollen Steinbank
    Erst ein bisschen mit dem Jeep durch die Gegend und dann auf dem Kamel weiter..
    Frühstück in der Wüste... uns gehts gut ;)






  5. Jodhpur:


    In Jodhpur hielten wir uns leider nur eine Nacht auf und erhielten deshalb nur einen ganz kurzen Einblick von der "blauen Stadt". (Das lag daran, dass ich in Jasailmer zwei Tage lang flach lag und die anderen einen Flug von Delhi aus hatten.) Nachts einmal kurz durch die Marktstraßen, die ein wenig an Christkindlmarkt bei uns errinnerten und in der Früh ein kurzer Abstecher zum Fort, mehr war leider in der kurzen Zeit nicht drin.
    Und schon gings weiter... mal wieder durch eine ewige Busfahrt!


    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b1/Mehrangarh-fort-history-map-mehrangarh-fort-mehrangarh-fort-timings-mehrangarh-fort-accident.jpg
    Ein Blick vom Fort auf die blaue Stadt! Das Foto ist leider nicht von mir, sondern ergoogelt.






  6. Jaipur:


    Oder auch die "pinke Stadt", ist die Hauptstadt des wunderschönen Wüstenstaates Rajasthan. Hier besuchten wir natürlich den Palast der Winde im Stadtzentrum, von dem einst die Hofdamen, denen es nicht erlaubt war rauszugehen, die Bevölkerung beobachteten.
    Und das Amber Fort, wo man sich von einem Elefanten hinauftragen lassen kann, und das einen wunderschönen Ausblick auf die Umgebung zu bieten hat.
    Den Ritt sparten wir uns aber und besuchten stattdessen die Elefantenfarm eines Couchsurfers, wo wir diesen dann ein wenig beim gemächlichen Fressen zusahen und sie natürlich auch mal anfassen dürften.





    Ein Blick vom riesigen Amber Fort, 1592 auf einem Hügel und damit einer sehr günstigen, uneinnehmbaren Lage erbaut.

    Das Fort und der See von unten..
    ...und oben

    und auf der Farm

    Elefanten am Fort

















  7. Agra:


    Hier lässt sich die wahrscheinlich berühmteste Sehenswürdigkeit Indiens finden: Das Taj Mahal!
    Dieses gehört zu den neuen sieben Weltwundern und ist weltweit aufgrund seiner Symmetrie, Verzierungen und dem strahlenden Marmor bekannt.
    Empfohlen wurde uns dort möglichst früh zu sein, um den anderen Besuchermassen zu entgehen, und so standen wir pünktlich um 4:30 Uhr, frisch aus dem Sleeperbus vor einem der Eingänge. Das einzige, was wir bei dieser perfekten Planung übersehen hatten war, dass das Taj Mahal jeden Freitag Ruhetag hat und nur gläubige für ihre Gebete reindürfen. Und so war unserem Besuch des berühmten Monuments schnell ein Ende bereitet... nicht das wir nicht versucht hätten uns rein zuschleichen, aber chancenlos. Naja, wenigstens den, für Indien, sehr hohen Eintrittspreis von ca. 10€ gespart und eine Geschichte mehr zu erzählen.
    Von den Gärten auf der anderen Seite und auch vom wunderschönen Agra Fort, konnten wir natürlich trotzdem einen kleinen Blick auf das Grabmal ergattern.


    Ein Spaziergang durch Mehtab Bagh, die Gartenanlage
    Wo ist es denn? :P Aussicht vom Agra Fort auf das sagenumwobene Grabmal, welches der Großmogul Shah Jahan für seine große, verstorbene Liebe erbauen ließ.

    Das Rote Fort in Agra, wurde 1565 erbaut, da der damalige Herrscher die Hauptstadt damals von Delhi nach Agra verlegte. Man findet neben dem dominierenden, roten Sandstein auch viele Teile aus weißem Marmor im Inneren.






  8. Amritsar:

    Langsam kamen wir dem Himalaja, den ich ja unbedingt einmal gesehen haben wollte, näher. Amritsar ist die Stadt der Sikhs, einer Religionsgruppe, welche man vorallem an ihrem kunstvoll gewickeltem Turban erkennt.
    Diese dominieren das Stadtbild, da der bedeutendste Tempel des Skihismus sich hier finden lässt: der goldene Tempel.
    Dieser ist für Anhänger aller Religionen frei zugänglich, was die vier Eingänge in die vier Himmelsrichtungen symbolisieren sollen. Hier kann man den Gläubigen beim Beten und ihren Waschungen beiwohnen, begleitet von den religiösen Gesängen, und erlebt eine einzigartige, verzaubernde Stimmung.


    Der pompöse Tempel bei Tag

    Vorallem Nachts kommt eine besondere, spirituelle Stimmung auf

    Neben dem Tempel liegt Amritsar auch noch sehr nah an der pakistanischen Grenze. An dieser findet jeden Tag eine Parade statt, wo sowohl auf indischer, wie auch auf pakistanischer Seite das Militär aufmarschiert.
    Auf beiden Seiten sind riesige Lautsprecher angebracht, durch die laute Musik des jeweiligen Landes schallt und auch Inder und Pakistanis versuchen sich gegenseitig durch Fahnen, T-Shirts und Bemalungen zu übertrumpfen. (Der eigentlichen Parade wohnten wir nicht mehr bei.)
    Für uns doch ein befremdliches Bild, stehen diese beiden Länder sich schon lange Zeit feindlich gegenüber. Wäre es nicht besser irgendwas friedliches, gegenseitige Akzeptanz zeigendes an dieser Grenze stattfinden zu lassen, wie die Abneigungen und die Konkurrenz der beiden Länder durch so ein Zeremoniell noch weiter zu verschärfen?





  9. Chandigar&Shimla:


    Chandigar diente für uns nur als Ausgangspunkt um Shimla, eine Stadt auf 2.200 m Höhe im mittleren Himalaya gelegen, und danach Delhi zu erreichen.
    Shimla ist die Hauptstadt des Bundesstaates Himalchal Pradesh und erinnerte uns alle ein wenig an ein österreichisches Bergdorf. Findet man dort nicht nur Fachwerkhäuser, sondern auch frische Luft und angenehmes Klima.
    Mit einer netten Fußgängerzone, dem Affentempel und einer wunderschönen Aussicht, ist es der perfekte Ort, um die Schönheit der umliegenden Berge zu genießen.



    Unsere Aussicht beim Frühstück



    Statue des Affengottes

    Happy über die Aussicht und frische Luft
    Der Aufstieg zum Tempel


































    Die Stadt schmiegt sich an den Berg.






  10. Delhi 


    Die Hauptstadt Indiens stellte den letzten Punkt unserer 16tägigen Reise dar. Zuerst besuchten wir hier anderen Freiwillige aus unserer Organisation und wurden kurz durch ihr Projekt geführt, dann sahen wir uns noch das Gateaway, die Lodhi Gärten, die Moschee und Teile der Märkte an.
    Delhi ist, wie Mumbai einfach riesig und so haben wir an diesem einen Tag wirklich nur einen winzigen Einblick in die Stadt bekommen. Nach der guten Luft in der Bergregionen forderte uns der Smog noch zusätzlich...
    Beeindruckend war neben den alten Bauwerken, auch die neue, moderne Metro, mit welcher man den Flughafen, ganz unindisch, innerhalb kürzester Zeit erreicht. Schon ein wenig unreal auf der Fahrt mit dieser dann auf Slums und unglaublich ärmliche Gegenden hinunterzublicken. In solchen Momenten wird wieder klar, welch große Unterschiede es doch in diesem Land gibt und wie groß die Lücke zwischen arm und reich ist. 

    Blick vom oberststen Turm, von dem man einen ganz gute Aussicht hatte, auf die Moschee.

Von hier gings dann mit dem Flieger nach Chennai und von dort wieder nach Hause, nach Shenbakkam, alle Eindrücke erstmal verarbeiten ;) .

 

 

 

Hyderabad - alle Religionen sind vertreten (27.11.15-29.11.15)


Als wir ankamen hätten wir nicht gedacht, dass es am Wochenende schon wieder wohin gehen würde. Doch nachdem Leandra, unsere Mitfreiwillige, am Ende ihres Praktikums stand, wollten wir noch einen kleinen Trip zusammen machen und so gings am Freitag schon wieder nach Hyderabad los.
Diese Stadt, ist diejenige mit dem höchsten Anteilen an Moslems in ganz Indien, weshalb man sehr viele Frauen mit Kopftuch sieht. Trotzdem ist die große Statue in der Mitte des Sees ein Buddha und wir besichtigten auch einen wunderschönen hinduistischen Tempel.
Abends waren wir zum ersten Mal im Kino, mussten jedoch feststellen, dass von der indischen Regierung viele Szenen einfach rausgeschnitten werden. Außerdem ist die Stadt einfach riesig, weshalb es auch hier wieder ewig dauerte von einem zum nächsten Punkt zu kommen, aber auf jeden Fall ein gelungener letzter, gemeinsamer Trip.


Wir und Buddha
Mal wieder eine kleine Bootsfahrt


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Südindienreise - Tempelbesuche, begleitet von unzähligen Pilgern, im traditionellen Tamil Nadu (19.12.15-03.01.16)






Sri Lanka - die kleine Schwester Indiens oder aber auch das saubere Indien ;) (09.01.16-17.01.16)


Siehe Post: Zwei Stunden





Vellore - Bangalore - Goa - Hampi - und zurück

Goa und Hampi - Traumstrände und faszinierende Fels-/Ruinenlandschaften (19.02.16-28.02.16)



Als letztes erkundeten wir die Küste Goas und das vergessene Königsreich in Hampi.















Angekommen in Anjuna besuchten wir dort den Saturday Night Market und waren total überfordert mit den ganzen weißen Gesichtern, die plötzlich um uns rum waren. Goa ist nämlich tatsächlich einer der Hotspots für Touristen und auch nicht umsonst als Partyort bekannt.
Der Markt an sich erinnerte mich ein wenig ans Tollwood in München und hatte viele verschiedene Stände... Klamotten, Schmuck, Essen usw., war aber auf jeden Fall sehr schön gestaltet.
Danach fuhren wir in einen der ansäßigen Clubs und ich war das erste Mal seit 7 Monaten auch mal wieder Feiern, was natürlich super war (,vorallem auch deswegen, weil wir eine Gruppe von 5 Freiwilligen und 2 Indern waren).
Am nächsten Tag dann wieder etwas Kulturprogramm: Die Besichtigung der alten Kirchen in Old Goa, einer ehemaligen riesigen Handelsstadt der portugieschen Kolonie.
Mit Rollern die Küstenstraße runter und ein bisschen an Traumstränden rumliegen, die Dudhsagar Falls, die zweithöchsten Wasserfälle Indiens und eine Gewürzplantage besichtigen und schon gings weiter! 

Gemeinsam am Strand..

... den Sonnenuntergang anschauen.



Hampi wird durch einen Fluss in zwei Teile aufgeteilt. Eine Seite wird als "Holy" und die Andere als "Unholy side" bezeichnet, heißt übersetzt: auf der einen bekommt man Alkohol und wahrscheinlich alles erdenkliche an Drogen, auf der anderen dagegen stehen die ganzen alten Tempel und Drogenkonsum ist verboten.
Hampi war die Hauptstadt des letzten großen Hindukönigreiches Vijayanagar, welches fast ganz Südindien kontrollierte. Damals in unzähligen Schriften erwähnt stehen von der einstiegen Metropole heute nur noch einige Bauwerke und vorallem Ruinen.
Hampi sticht aber nicht nur als einzigartiges Weltkulturerbe und durch seine geschichtlichen Überreste hervor, sondern vorallem auch durch eine außergewöhnliche Felslandschaft, umgeben von Reisfeldern und Bananenplantagen.

 
Endlich eine Erklärung :P


Der Tempelelefant beim täglichen Bad.

und unzählbare Stein

Alte Säulen


Der Virupaksha-Tempels, erbaut um 1440 von der Seite

Ein Eingang des Tempels von vorne im Sonnenuntergang




Rundblick vom Hügel beim Sonnenuntergang


 
Nur noch Ruinen sind geblieben


Ehemalige Elefantenstallungen












Kleines "Cheese" zum Schluss aus dem Lotus Mahal, einem wunderschönen Bau im Zentrum des Wohnbereiches der Frauen (Zenana) im Königlichen Zentrum.

Donnerstag, 3. März 2016

Ein Reisebericht (1): Indien, das Land der tausend Facetten

Indien gehört mit seinen 3.288.000 km² zu den 10 größten Ländern der Erde, um genau zu sein ist es das Siebtgrößte. Es erstreckt sich von Westen nach Osten ca. 3000km und von Norden nach Süden 3200km und somit passt Deutschland ca. 9 mal in Indien rein. Um genau zu sein ist es ungefähr so groß, wie der Bundesstaat, Tamil Nadu, in dem ich hier lebe. So viel zur Geographie...

"Wieso zählt sie uns lauter Daten auf?", fragt ihr euch jetzt vielleicht. 
"Damit ihr es euch zumindest ein bisschen vorstellen könnt, wie groß Indien ist und welche Strecken wir auf unseren Reisen so zurückgelegt haben.", lautet die Antwort.


Hier eine Karte mit Stecknadeln an allen Orten, wo ich schon war

Also dann werden wir wohl erstmal die Frage beantworten, WIE man solche Entfernung denn in möglichst kurzer Zeit zurücklegt.

Transportmittel

 

1) Der Zug:


Züge fahren in Indien eigentlich überall, das Bahnnetzwerk ist also ziemlich gut ausgebaut. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 60 km/h und zu Anfangs fühlten wir uns auf den Pritschen doch ein wenig an die Kolonialzeit zurückerinnert.
Doch schnell erkannten wir, dass das Reisen in dem Sleeper Wagon über Nacht ein sehr gutes Fortbewegungsmittel ist. Ist es auf der einen Seite doch ziemlich billig mit ca. 5€ pro Fahrt und kann man auf der anderen Seite über Nacht doch recht bequem einiges an Strecke zurücklegen.
Neben dem Sleeperabteil gibt es auch noch einige andere, wie Third AC, Second Sleeper oder First AC, was alles ein wenig besser/teurer ist, oder aber Second Class, womit man bei dem berühmten "Stopfabteil" wäre, dass bestimmt viele im Kopf haben, wenn sie an eine Zugfahrt in Indien denken.
Wir schlafen aber eigentlich immer im Sleeper Wagon, außer der Zug ist so voll und man kommt weder mit der Tourist, noch mit der Female Quota rein, was häufig der Fall ist (einfach zu viele Menschen hier ;) )


Die Liegen im Sleeper, immer 3 übereinander
Indischer Zug von außen

Eine westliche Toilette...
... und eine indische, beide haben einfach nur ein Loch

















Bildergebnis für Sleeper Bus india
Ein Bus von innen

2) Der Sleeperbus


Der Sleeperbus ähnelt dem Sleeper Wagon, auch hier schläft man auf einer Matratze, entweder alleine oder auf einer Doppelpritsche. Meist sind die Busse jedoch etwas komfortabler (,bequemere Matratze und eigenes Abteil,) und deshalb auch teurer: etwa 20€ pro Fahrt. Auch sie haben den Vorteil, dass man die Strecke über die Nacht zurücklegt, sind aber nichts für empfindliche Magen. 




3) Der Flieger:


Will man sich eine ewige Zugfahrt oder mehrere anstrengende Busfahrten sparen, kostet ein Flug um die 50€, was man sich dann, als Alternative zu einer Fahrtdauer von zwei Tagen schon zweimal überlegt. So schön sind die Züge nämlich dann auch wieder nicht ;).




4) Der Governmentbus:
Speed Limit 65 km/h.. gut, dass die Bus, auf Grund von Verkehr, Ausstattung und Infrastruktur meist eh nicht schneller fahren können

Jede kürzere Strecke (ca. 6h) lässt sich eigentlich problemlos mit einem ganz normalen, klapprigen Bus überwinden. Mit diesem rattert man dann mit max. 60/70 km/h über die Straßen und Schlaglöcher und hält, wenn man Pech hat in jedem kleinen Dorf an. Irgendwann findet man dann aber raus, dass es auch Expressbusse gibt und spart sich diese kleinen, interessanten, aber auch sehr zeitraubenden Ausflüge.
Den Bus muss man nicht vorbuchen, sondern steigt einfach ein und zahlt dann im Bus, je nach Strecke 1-2€ für die Fahrt.








5) Das Tuk Tuk:


Diese gelben, kleinen Fahrzeuge sieht man überall und sie bleiben das beste Fortbewegungsmittel innerhalb einer Stadt.
Das Meter machen die Fahrer eigentlich gar nicht oder sehr widerwillig an und so habe ich schnell gelernt, um den Preis für eine Fahrt zu verhandeln. Zum Glück weiß man diese relativ schnell und kann nun mit ein paar Brocken Tamil/Hindi zu verstehen geben, dass man nicht den doppelten Preis zahlt :P






6) Das Taxi: 


Ist die Strecke zu weit fürs Tuk Tuk und möchte man Zeit sparen, dann ist das Taxi die teure Alternative zum Bus. Im Gegensatz zu Deutschland immernoch billig für ca. 50€ für 3-4 Stunden, ist der Preis für indische Verhältnisse doch relativ hoch. Trotzdem sind auch wir schon öfter mal eingestiegen, wenn es einfach schneller gehen sollte oder wir unter uns seien wollten.


7) Der Roller:


Ist das wohl verbreiteste Fahrzeug bei den Indern. Auch hier spielt es, ähnlich wie beim Tuk Tuk, keine Rolle für wie viele Personen dieses Gefährt eigentlich gemacht ist. Auf den Straßen ist es deswegen alltäglich, dass im Tuk Tuk mal 7 Menschen und auf dem Roller, wenns seien muss auch 4 sitzen. Dann wird die Fahrt doch ziemlich abenteuerlich.
Wir haben uns einmal, nämlich in Goa Roller gemietet und sind damit die wunderschöne Küstenstraße runtergedüst.




So, damit sollte das WIE nun wohl ausreichend beschrieben seien. Im nächsten Bericht folgen dann endlich das WO, WANN und WER.
Und das WIESO, muss ich eh nicht mehr erklären, wenn ihr erst Fotos von den schönen, faszinierenden und eben komplett unterschiedlichen Orten gesehen habt. Denn über Indien kann man viel sagen, aber dass es unglaublich facettenreich ist, wird niemand bestreiten ;)


 

Montag, 15. Februar 2016

Ein ganz normaler Tag

07:47 Uhr: Der Wecker klingelt das erste Mal, noch viel zu früh, erstmal weiterdrücken
08:08 Uhr: Der Wecker klingelt jetzt schon zum dritten Mal, hilft ja nichts, also doch aufstehen..

ab Zähne putzen und schnell in irgendein (möglichst bequemes,) indisches Outfit schmeißen, schnell auf den Plan gucken was ansteht und vllt noch das ein oder andere Arbeitsblatt kopieren/einstecken

08:30 Uhr:
Die erste Tution in der Panchayat Union Middle School:
  • ein Spiel (10 Minuten), um ins Englische reinzukommen oder sich auszutoben - I pack my suitcase, wordending game, ABC game, fire/water/sand, animal catching...
  • Anwesenheitskontrolle (Häckchen, L=late oder A=absent)
  • dann wird die Gruppe in A & B Group aufgeteilt, und jeweils einer der Freiwilligen geht mit Gruppe A in einen anderen Raum. (Die Gruppen sind nach Können eingeteilt, wobei Gruppe A die Bessere ist. Diese Einteilung erfolgte zu Beginn unseres Aufenthalts durch einen General Knowledgetest, der sowohl Schreiben, wie auch Vorlesen und Reden beinhaltete)
  • nun der richtige Unterricht: in den verschiedenen Gruppen, werden abwechselnd Grammatikthemen, Vokabeln, Dialoge oder Lesen geübt. Was in welcher Woche durchgenommen werden soll, besprechen wir Lehrer zuvor bei gemeinsamen Treffen, wo dann auch der Unterricht vorbereitet wird.                                                                                          Außerdem ist jeden Freitag "Special Class", über die ich ja schonmal geschrieben habe (Malen, Tanzen, Singen, Puzzeln, Stories usw.)
! Seit 2 Wochen dürfen jetzt neben Schülern der 8ten Klasse auch Schüler der 6ten und 7ten kommen, weshalb wir gerade immer große Gruppen haben und grundsätzliche Sachen, wie Introduction oder Tenses erstmal wiederholen. Die 8 Klässler haben viel Spaß es den jüngeren Schülern zu erklären !

09:30 Uhr: Prayer im Schulhof und somit auch Tution ist vorbei, erstmal zu Manjula frühstücken...

Das Projekt liegt in der Hand einer Familie, wobei Manjula Vorsitzende ist und Priya, ihre Tochter, selbst als Lehrerin arbeitet. Hier kriegen wir, immer wenn wir wollen, sehr gutes, typisch indisches Essen. Meist gibt es Idly (Reisbällchen) oder Dosa (Reispfannkuchen) mit Chutney zum Frühstück. Gegessen wird mit der rechten Hand, auf dem Boden (die Linke ist "schmutzig").

10:00 Uhr: Zwischen 10:00 Uhr und 10:30 ist unser Frühstück, nach dem Genuss von einem Masala Chai Tee abgeschlossen und es geht zurück in die Wohnung.

10:30 - 11:00 Uhr: Vorbereitung, was man denn im Kindergarten so machen könnte

11:00 Uhr: Ab in den Kindergarten... hier machen wir mit den 2-4 Jahre alten Kindern, irgendetwas was Spaß macht, und oft sogar was, bei dem man noch was lernen kann ;)
  • die Session beginnt mit dem Good Morning Song : Good morning, good morning, good morning to you! good morning, how are you ? I am fine, thanks, and you?
  • dann gehts weiter mit dem eigentlichen Programm: Kästchenhüpfen mit Wochentage aufzählen, Tiere nachmachen und die Englischen Namen dazu sagen, Bilder malen und Faben lernen, Deko basteln, Kreistänze, Trommelkreise ....
  •  und endet wieder mit einem Song, dem Thank You Song: Thank you for listening, thanks to you too. Thank you and Nandri (Tamilisches Wort für Danke), I learned something new!

11:30 Uhr: Wir sind wieder Zuhause, in unserer Wohnung und haben jetzt Zeit bis 15:00 oder 16:00 Uhr, zum:
  • Blog schreiben ;)
  • oftmals Schlafen, das tut man in Indien irgendwie, wirklich mehr als in Deutschland (, ein Beispiel an den Indern hier genommen). Liegt bestimmt auch daran, dass es dauernd zwischen 30 und 40 Grad hat...
  • die Facebookseite des Projekts updaten (https://www.facebook.com/gyan.shenbakkam/?fref=ts)
  • unsere Arbeit dokumentieren (großes, grünes Buch, in das jede Woche reingeschrieben wird, was wir so gemacht haben)
  • Wäsche waschen bzw. am Boden, per Hand schrubben
  • Wohnung sauber machen (der Kampf gegen den Staub ist eine "never ending story" in Indien und man muss mindestens jeden 2ten Tag durchfegen)
  • Freunde treffen, entweder die anderen Freiwilligen, die noch in Vellore sind oder indische Studenten/Studentinnen vom VIT College
  • Einkaufen gehen
  • die Folge einer Serie gucken (zur Zeit bevorzugt "House of Cards" ;) )
  • Sport machen (natürlich nur innerhalb der Wohnung, weil 1) draußen zu warm und 2) machen Inder bei uns sowas wie Joggen gehen nicht)
  • Schwimmen gehen in unserem kleinen Swimming Pool in Shenbakkam
  • Reisen planen
  • Skypen/ Telefonieren
  • Essen
  • Tests korrigieren
  • Unterricht vorbereiten/Material kopieren

15:00 Uhr: kommt einmal die Woche (meistens Dienstags) Sindu, die Lehrerin mit der ich Nachmittags unterrichte, um den Unterricht vorzubereiten und zu besprechen
16:00 Uhr: fertig machen für Tution 2 mit den Schülern der A.D.W. Middle School, die momentan in den Kindergartenräumen stattfindet. Also wieder rein in die indischen Klamotten - weil lange Hose und Oberteil sind natürlich, trotz unmenschlichen Hitzen, Pflicht, aber man gewöhnt sich ja an alles!
Wieder Material und die Computer schnappen und los gehts ...

16:30 Uhr: Die Nachmittags Tution beginnt, ablaufen tut sie eigentlich, wie die Morgens, nur das es drei Gruppen gibt:
  • ein Spiel (10 Minuten)
  • Anwesenheitskontrolle (Häckchen, L=late oder A=absent)
  • dann wird die Gruppe in A, B & C Group aufgeteilt
  • nun der richtige Unterricht - mal einige Beispiele (ich habe Group A, also die besten Schüler nachmittags):                                                                                                                                   - Vergleich zwischen Deutschland und Indien (Bevölkerung, Sprache, Verhalten...) mit anschließendem Dialog, wobei jeweils eine Schülerin eine Deutsche und die andere eine Inderin war                                                                                                                                      - Listening einer Rede über Environment mit Besprechung und Spezialwortschatz                     - Grammatik: Wie werden Fragen und Antworten in den verschiedenen Zeiten gebildet
17:30 Uhr: Die Englisch Tution ist beendet und die Hometution/ der Computerunterricht beginnt. (Dieses Projekt haben wir jetzt vor einer Woche wieder gestartet und es findet im Gegensatz zu den anderen nur Montags bis Donnerstags statt --> nicht Mon.-Fr.)

Zur Nachhilfe kommen Schüler aus beiden Schulen in die Kindergartenräume. In einem der beiden Räume halten wir den Computerunterricht, bei dem die Schüler den grundsätzlichen Umgang mit einem Laptop und Standartprogrammen, wie Word, Powerpoint, Exel usw. lernen. Hier haben wir an jedem Tag eine andere Gruppe, so dass bis zum Ende der Woche, alle interessierten Schüler einmal dran waren. In der selben Zeit bekommt der Rest der Gruppe von den tamilischen Lehrerinnen (Priya, Sindu und Sonja) Nachhilfe in den Fächern, in denen sie Schwierigekeiten und/oder Fragen haben (Sience, English, Maths, Tamil, Social Sience).

18:30 Uhr: der Unterricht ist vorbei und wir bringen den Laptops wieder Nachhause, wobei die Lehrerinnen die Schüler sicher bis zu Manjulas Haus begleiten, wo sie ihre Schultaschen abgestellt haben und noch kleine Snacks zur Belohnung kriegen.

19:00 Uhr: Das General Meeting mit den Lehrerinnen, Manjula und uns, den Freiwilligen, findet jeden Montag statt. Dort werden Probleme oder neue Ideen gemeinsam besprochen (ungefähr bis 19:30). 
Gleich im Anschluss oder eben gegen 19:00 Uhr, wenn kein General Meeting ist, sind wir wieder in Manjulas Hütte zum Abendessen. Es gibt eigentlich immer Reis mit irgendeiner Soße und danach wieder Chai.

20:00 Uhr: wir sind wieder Zuhause und erledigen alles, was wir zwischen 11:30 und 15/16:00 Uhr nicht geschafft haben, wobei vorallem das Serien schauen, Unterricht für den nächsten Tag vorbereiten, Wäsche waschen und Skypen (Zeitverschiebung = 4,5 Stunden nach Deutschland), meist in diese Zeit fällt.

22:30 Uhr: je nach Laune ein bisschen Joga, nur Dehnen oder Entspannungsübungen und dann langsam ins Bett

23:00 Uhr: Ja, wir habens ins Bett geschafft und noch über 8 Stunden Schlaf, wenn wir jetzt unser Handy weglegen ;)


So das wars, so läuft ein normaler Tag unter der Woche ab. Am Wochenende sind wir entweder weg (so circa jedes zweite Wochenende gehts ans Meer oder irgendwelche anderen, nahen Orte besichtigen) oder sind hier, schlafen aus und erledigen anstehende Sachen, wie Regale oder Ordner (dieses Wochenende z.B.) sortieren, gehen auf Functions usw. 
Man findet auf jeden Fall immer etwas zu tun !